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Hospiz und Palliative Care

„Hospiz ist kein Gebäude, es bedeutet Einstellungen und Fähigkeiten.“ (Cicely Saunders)


Die internationale Entwicklung der Hospizidee seit Beginn der modernen Hospizbewegung in den 60er Jahren in Großbritannien durch Dame Cicely Saunders (1918 - 2005) zeigt sich vielschichtig: Auf der einen Seite gibt es in vielen Ländern Europas (so auch in Österreich in den meisten Bundesländern) regionale Hospizpläne, empfehlende Rahmenrichtlinien, Qualitätskriterien und –standards sowie den Aufbau und Ausbau von Strukturen im Sinne einer „abgestuften Hospiz- & Palliativversorgung“, mit deren Hilfe die Anliegen und Kompetenzen von Palliative Care in die Regelversorgung integriert werden sollen. Auf der anderen Seite ist ein (zunehmendes) Spannungsverhältnis von Hospiz und Palliativmedizin zu bemerken:

  • Hospiz als Freiwilligen-Bewegung, die dazu beitragen will, dass das Sterben zum Leben gehört und die Begleitung von sterbenden Menschen (und deren Angehörigen/ Zugehörigen) ein zentrales gesellschaftliches Engagement bedeutet, das nicht nur an Expert/innen und an Institutionen zu delegieren ist.
  • Palliativmedizin als Integration oder Implementierung der Hospizidee in die Schulmedizin läuft Gefahr, einer weiteren Medikalisierung und Institutionalisierung des Sterbens Vorschub zu leisten. Denn Palliative Care ist mehr als Schmerztherapie und nicht nur zu beschränken auf Terminal Care in abgegrenzten Spezial-Stationen

Palliative Care versteht sich als ein interprofessionelles Fach und anspruchsvolles Versorgungskonzept, das in Palliativstationen, als Palliativkonsiliardienste im Akutspital, mobile Palliativteams wie auch als professionell koordinierte Hospizteams einen Platz im (regelfinanzierten) Gesundheitssystem zu finden sucht. Dazu ist eine berufsübergreifende Kommunikation und Kooperation über die Schnittstellen der Dienste und Organisationen hinweg erforderlich.

Dr. Christian Metz, Leitung Kardinal König Akademie für Hospiz & Palliative Care